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Legende von der Goldenen Ente

Złota Kaczka, fot. Iwona Gmyrek

Vor langer, langer Zeit lebte in einem Verlies der Burg Ostrogski eine Prinzessin, die in eine goldene Ente verzaubert worden war. Es hieß, dass der, welcher sie findet, reich werden kann. Und viele Abenteuerlustige hatten es bereits versucht. Diese Geschichte kam auch dem jungen, aber armen Schuster Lutek zu Gehör, und dieser dachte: „Was kann es mir schaden, wenn ich es versuche?“
Und so begab er sich in der Johannisnacht zu dem Burgverlies. Das Glück war ihm hold. Er fand die goldene Ente, und diese versprach ihm Reichtum. Er erhielt einen Beutel mit Golddukaten, was jedoch mit einer Bedingung verbunden war: Er musste die Dukaten an einem Tag ausgeben, ohne sie mit jemandem zu teilen. Nur wenn ihm dies gelinge, könne er ein reicher Mann werden. Lutek freute sich, denn was für ein Problem sollte es schon sein, so viel Geld für sich selbst auszugeben?

Muzeum Pałacu Króla Jana III w Wilanowie, fot. Wojciech Holnicki, Muzeum Pałac w Wilanowie

Und er ging eifrig an diese Probe heran. Zuerst ließ er sich schöne Kleider anfertigen, kaufte Hut und Stock, wie für einen ehrwürdigen Herren. Dann ging er in ein Gasthaus, wo er sich satt aß und trank. Dann fuhr er mit einer Kutsche, die gleich vier Pferde angespannt hatte, nach Wilanów. Es war jetzt Mittag, und Lutek hatte gerade 5 Dukaten ausgegeben. Er kehrte in die Stadt zurück, wo er ein Plakat des Nationaltheaters erblickte. Ausgezeichnete Idee! Im Theater war er nämlich noch nie gewesen. Er kaufte sogleich die teuerste Eintrittskarte – gerade einen halben Dukaten gab er dafür aus. So kam der Abend näher, und der Schuster wusste nicht, was er mit all diesem Geld sonst noch anstellen sollte. Er ging, dachte nach. Der Geldbeutel war immer noch schwer. Plötzlich sah er an einer Ecke einen Kriegsveteranen ohne Beine, der dort bettelte. „Herr”, sagte dieser, „Seit zwei Tagen habe ich nichts gegessen, in den Kriegen viel erlebt, Medaillen habe ich bekommen, aber seit meine Beine weg sind, habe ich nichts mehr zum Leben.”

Złota Kaczka, fot. Tomasz Nowak

Lutek erbarmte sich des alten Soldaten, griff in den Beutel und gab ihm eine Handvoll goldener Dukaten. In diesem Moment rauschte es und es donnerte. Vor dem Schuster erschien die Prinzessin. „Du hast dein Wort nicht gehalten“, sagte sie und verschwand wieder. Und Lutek verlor alles, was er gekauft hatte. Wieder trug er seine Lumpen, und die Taschen waren leer.
„Nein, weder Dukaten noch Reichtum machen glücklich. Nur ehrliche Arbeit, Gesundheit und ein gutes Herz. Denk immer daran!“, sagte ihm daraufhin der alte Soldat.
So kehrte Lutek nach Hause zurück. Er war nicht böse und auch nicht enttäuscht. Freude und Erleichterung, das war es, was er verspürte.
Und schon bald war ihm das Schicksal hold, denn es ging ihm immer besser im Leben. Er wurde Schustermeister und heiratete ein schönes Mädchen. Und er lebte viele, viele Jahre, gesund und glücklich, und von der Goldenen Ente war nie wieder etwas zu hören, noch zu sehen.

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